Erinnerung als Auftrag: Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Cottbus

Die unten zu sehenden Namen und Gesichter stehen für die vielen Tausend Frauen, Männer und Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges in Cottbus Zwangsarbeit leisten müssen. Sie kommen aus Polen, der Sowjetunion, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Italien, dem Baltikum und vielen anderen Ländern. Für manche endet das Leid nicht mit der Befreiung. Ehemalige sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter geraten nach ihrer Rückkehr unter Verdacht. Viele werden als vermeintliche Kollaborateure verfolgt und nicht selten in Arbeitslager verschleppt, wo ihnen Krankheit und Tod drohen.

Ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter müssen Jahrzehnte auf Entschädigung warten. Viele erleben die Zahlungen der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) nicht mehr. In der deutschen Erinnerungskultur werden sie nur wenig beachtet. Auch in Cottbus gibt es bislang keinen eigenen Gedenkort für die Opfer von Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland.